Der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige

 

Diese Sachverständigen werden aufgrund besonderer gesetzlicher Bestimmungen vor ihrer öffentlichen Bestellung auf ihre persönliche und besondere fachliche Eignung zur Gutachtenerstattung überprüft. Mit der öffentlichen Bestellung hat sich dieser Personenkreis verpflichtet, Gutachten aus seinem Fachgebiet für Gerichte, Behörden und Privatpersonen zu erstatten. Mit der Vereidigung wird gleichzeitig die Einhaltung der diesen Sachverständigen nach den Sachverständigenordnungen obliegenden Pflichten, insbesondere Objektivität und Neutralität bei der Gutachtenerstattung sowie die Verpflichtung zur Gutachtenerstattung feierlich bekräftigt. Aufgrund der geprüften persönlichen und fachlichen Eignung hat der Gesetzgeber den öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen eine hervorgehobene Stellung eingeräumt. Nur sie können nach ihrer Bestellung auf ihrem Spezialgebiet sowohl vor den Gerichten als auch im privaten Bereich mit der Bezeichnung "öffentlich bestellt" tätig werden. Nur sie haben aufgrund der nachgewiesenen persönlichen und fachlichen Eignung zur Gutachtenerstattung in einigen Sachbereichen besondere Prüf- und Gutachterzuständigkeiten. Vor den Gerichten sollen sie, wenn die Beantwortung des Beweisthemas in ihren Zuständigkeitsbereich fällt, anderen Sachverständigen vorgezogen werden (so zum Beispiel in § 404 Abs. 2 Zivilprozeßordnung - ZPO, § 73 Abs. 2 Strafprozeßordnung - StPO, § 98 Verwaltungsgerichtsordnung - VwG0).